In memoriam

Curt Meyer-Clason (19. 9. 1910 - 13. 01. 2012)

Im Januar 2012 ist Curt Meyer-Clason in München verstorben. Er war nicht nur der Patriarch der Übersetzer, vor allem aus dem Portugiesischen, sondern auch einer der Pioniere, der die Brücken der lateinamerikanischen und portugiesischen Literatur in den deutschsprachigen Raum gebaut hat: dass die Literaturbegeisterten die Werke von João Guimarães Rosa, García Márquez, Juan Carlos Onetti, Carlos Drummond de Andrade, João Cabral de Melo Neto, Ferreira Gullar, Clarice Lispector, Eugênio de Andrade, Carlos de Oliveira, Fernando Namora, José Cardoso Pires und zahlreicher anderer Autorinnen und Autoren kennenlernen durften, ist ihm zu verdanken. Für seine Verdienste wurde Curt Meyer-Clason, korrespondierendes Mitglied der Academia Brasileira de Letras, mit zahlreiche Preisen bedacht und 1996 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

Ich bekenne, ich habe gelebt, hieß die Autobiographie Pablo Nerudas, die wir ebenfalls in der Übersetzung Curt Meyer-Clasons kennenlernten.
Ich bekenne, ich habe gelebt, könnte man auch auf den Epitaph dieses großen Übersetzers, Kulturvermittlers und Menschen Curt Meyer-Clason schreiben, den wir nie vergessen werden.

Der Familie von Curt Meyer-Clason spricht der Deutsche Lusitanistenverband seine tiefempfundene Anteilnahme aus.

 

Henry Thorau

Vorsitzender des DLV


 

 

Nachruf auf Dr. Marion Ehrhardt (23.07.1932 - 04.11.2011)

Marion Ehrhardt hat ihr ganzes Wirken der Pflege der deutsch-portugiesischen Beziehungen gewidmet. In Hamburg geboren, in Thüringen aufgewachsen und nach dem Krieg von dort wieder nach Hamburg geflohen, gehörte sie zu den frühen Enthusiasten des Bundes der europäischen Jugend, die bereits 1949 die Grenzbarrieren zwischen Deutschland und Frankreich niederrissen. Grenzüberschreitungen markierten ihr Leben. Ein erster Aufenthalt in Angola 1952 führte sie an die portugiesische Kultur und Sprache heran, ein Au-pair-Aufenthalt in Barry bei Cardiff/Wales an die englische Sprache. Es folgten das Studium am Dolmetscherinsitut in Heidelberg (1953-55), ein Studienjahr in Coimbra (1954-55) und das Promotionsstudium der Lusitanistik und Ethnographie an der Universität Hamburg. Ihre Dissertation über “Das Meer im Werke Fernando Pessoas” von 1960 dürfte eine der ersten akademischen Arbeit sein, die dem portugiesischen Dichter in Deutschland gewidmet wurde. Von 1960 bis 1965 war sie als Lektorin für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Lissabon tätig, um fortan als freiberufliche Forscherin von ihrem Haus in Galamares/Sintra aus den vielfältigen Verzweigungen der deutsch-portugiesischen Kulturbeziehungen nachzugehen. Ihre Bücher über D. Fernando (1985), A Alemanha e os Descobrimentos Portugueses (1989) oder Die Bartholomäus-Bruderschaft der Deutschen in Lissabon (1990) sowie zahlreiche Aufsätze gehören zu den Standardwerken der deutsch-portugiesischen Geschichte. Vielfach anregend wirkte sie aber auch als Sammlerin mit ihrer ca. 3000 Titel umfassenden Spezialbibliothek zu deutsch-portugiesischen Themen, aus der besonders wertvolle und repräsentative Werke zuletzt 1997 anlässlich der Frankfurter Buchmesse ausgestellt wurden. Marion Ehrhardt wurde mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1987) und mit dem Orden Infante D. Henrique (1991) ausgezeichnet. Sie war Ehrenmitglied des portugiesischen Germanistenverbands APEG und Mitglied im Centro de Estudos Históricos an der Universidade Nova de Lisboa und im Centro Interuniversitário de Estudos Germanísticos an der Universität Coimbra. Mit der von ihr ins Leben gerufenen Marion Ehrhardt Stiftung hat sie einen Weg gefunden, auch über ihren Tod hinaus die Erforschung der deutsch-portugiesischen Kulturbeziehungen zu fördern. Marion Ehrhardt wird deshalb allen in dankbarer Erinnerung bleiben. Wir vermissen ihren warmen Witz, ihre Großzügigkeit, ihr waches Interesse, ihr Beispiel an Unabhängigkeit und Gelassenheit. Und ihren beispielhaften Einsatz für die deutsch-portugiesischen Beziehungen.

Peter Hanenberg, Lissabon

 

Die Trauerfeier für Frau Dr. Marion Ehrhardt findet am 03.12.2011 um 12.00 Uhr in der Kapelle 8 auf dem Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf statt.


 

 

In memoriam

Dr. Marion Ehrhardt (1932-2011)

Nach schwerer Krankheit verstarb Frau Dr. Marion Ehrhardt am 4. November 2011 in Sintra, Portugal. Frau Ehrhardt war Vorsitzende der von ihr ins Leben gerufenen Marion-Ehrhardt-Stiftung. Ihr ganzes Wirken galt der Pflege der deutsch-portugiesischen Beziehungen. Sie wird der deutschen Lusitanistik in dankbarer Erinnerung bleiben.

Der Familie von Frau Ehrhardt spricht der Deutsche Lusitanistenverband ihre herzliche Anteilnahme aus.

 

Henry Thorau

Vorsitzender des DLV

Nachruf


 

 

Homepage des 9. Deutschen Lusitanistentags

Ab sofort ist die offizielle Homepage des 9. Deutschen Lusitanistentags der Universität Wien mit Bekanntgabe der Sektionen freigeschaltet.

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