In Memoriam Anne Begenat-Neuschäfer

(19.07.1953 – 03.03.2017)

Anne Begenat-Neuschäfer ist tot. Ein Mensch mit Ideen, ein Mensch voller Aktivitäten, eine Forscherin mit weitem Horizont, die sich in fünf Sprachen und drei Kontinenten forschend bewegte und bewegend Einfluss nahm auf die Gestaltung von Lehre und Forschung an Universitäten. In akademischen, politischen und kulturellen Gesellschaften zeigte sie Präsenz und publizistisch trat sie mit einer Vielzahl von Veröffentlichungen hervor. Anne Begenat-Neuschäfer war ein aufrechter Mensch, zuverlässig und bescheiden, wusste sich allerdings zur Wehr zu setzen, wenn sie angegriffen wurde. Eine Reihe von Enttäuschungen machten aus ihr keinen enttäuschten Menschen. Ihr Optimismus suchte stets nach Auswegen, die sie mit Charme und Geduld beschritt.

Anne Begenat-Neuschäfer studierte Germanistik und Theaterwissenschaft in Paris, danach Germanistik und Romanistik in Marburg, schloss alle Examina mit besten Noten ab und wurde wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Universität Marburg und Verlagslektorin, ging dann im Auftrag des Deutschen Akademischen Austauschdienstes nach Nancy und Paris und schließlich in die Zentrale des DAAD nach Bonn. Nach einer Promotion und einer Habilitation in Marburg und einer Thèse en sciences de théâtre in Paris begann ihre Karriere in der Universität mit Rufen nach Wuppertal, Osnabrück und Aachen.


Die Forschungsschwerpunkte waren zunächst die Renaissanceliteratur in Frankreich und Italien, sodann das moderne Theater in Frankreich und die französischsprachige Literatur Belgiens. In den letzten Jahren öffnete sie sich den frankophonen Literaturen Afrikas, den iberischen Literaturen, insbesondere der portugiesischsprachigen Literatur in Afrika und Brasilien. Ihr Wirken blieb im Ausland nicht unbemerkt. Diverse Preise und Auszeichnungen wurden ihr zuteil: der Übersetzerpreis der Französischen Gemeinschaft Belgiens, der „Prix du rayonnement des lettres belges de langue française“. Sie wurde zum „Chevalier des Palmes Académiques“ in Frankreich ernannt und zum „Officier de l’Ordre de la Couronne de Belgique“.

Anne Begenat-Neuschäfer dachte in gesellschaftlich relevanten Kategorien: Die Forschung gehört in die Öffentlichkeit. Sie sorgte deshalb auf einer Vielzahl von Tagungen und Kongressen für die Verbreitung individueller Forschungsergebnisse durch Multiplikatoren: Cérisy (2001; 2009; 2015); Aachen (Franko-Romanistentag 2002; Apela-Kongress, Association pour l’Ètude des Littératures Africaines 2011; Lusitanistentag 2015 und internationaler Kongress für die Literaturen des Maghreb und der Subsahara 2016). Kolloquien in Atlanta, Wien und Köln und Winterschulen in Aachen wurden von ihr betrieben und besucht. Stets forderte sie ihre Schülerinnen und Schüler zur Teilnahme auf. Sie selbst besuchte zu Vorträgen und Gastprofessuren Italien, Belgien, Spanien, Frankreich und schließlich die Elfenbeinküste, Marokko und Brasilien.

„Exegi monumentum aere perennius“ könnte Anne Begenat-Neuschäfer mit Blick auf die Vielzahl ihrer Publikationen sagen. Die Autoren, über die sie spricht – Lodovico Dolce und das Renaissancetheater in Venedig, das Théâtre du Soleil in Paris, Henri Bauchau in Belgien, Le Clézio, Marie NDiayes oder Paulina Chiziane und Maria Celestina Fernandes in Afrika – umspannen Länder, Kontinente und Epochen. Als Herausgeberin von Reihen („Aachener Beiträge zur Romania“, „Abhandlungen zur Sprache und Literatur“, „Belgien im Fokus“ und „Neue und Alte Welt im portugiesischsprachigen Kontext“) verlieh sie ihren Schülerinnen und Schülern sowie Kolleginnen und Kollegen Gehör, und nicht unerwähnt bleiben soll ihr Einsatz für den (vorläufig gescheiterten) Erhalt der Romanistik in Aachen. Bis in die letzten Tage bemühte sie sich um die Einrichtung einer internationalen Institution im Deutsch-Belgischen Bereich, wo der Bedeutung Aachens, seiner Hochschule und der Hochschulen der Euregio Rechnung getragen wird. In dieser Institution sollen die Sprachen, Literaturen und Kulturen der europäischen Union vom Niederländisch/Flämischen über das Französische bis hin zum Portugiesischen eine Forschungsstätte finden, die deren Ausstrahlung in vier Kontinenten erforschen kann.

Wir gedenken eines großartigen Menschen. Sie wollte die Zukunft bereiten und die Vergangenheit schützen. Dazu diente ihr Bemühen um Nachlässe französischsprachiger und deutscher Autoren und deren Archivierung in französischen Archiven. Ausdruck dieser Tätigkeit ist ihre Mitarbeit im Institut des textes et manuscrits (ITEM-CNRS) in Paris und im Institut Mémoire de l’édition contemporaine (IMEC) in Caen.


Wir verneigen uns vor Anne Begenat-Neuschäfer. Ihrem Wunsch entsprechend findet sie ihre letzte Ruhestätte in Frankreich. Über den Tod hinaus ist sie uns Leitbild: Requiescat in pace!

Helmut Siepmann


 



CfP: 12. Deutscher Lusitanistentag

Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
13. bis 16. September 2017


Hier gehts zur Homepage des Kongesses!

Die Frist für die Einreichung von Vortragsvorschlägen ist der 30. April 2017. Bitte schicken Sie Ihre Abstracts direkt an die jeweiligen SektionsleiterInnen. Die Sektionssprachen sind Deutsch, Portugiesisch und Galizisch. Die Sektionsbeschreibungen finden Sie unter dem Menüpunkt "Sektionen" auf der Kongresshomepage.

 


 

 

Bamberger Editionen

Die Bamberger Editionen wurden von Harald Wentzlaff-Eggebert 1988 ins Leben gerufen. Herausgeberschaft zwischen 1988 und 2007: Helga Unger und Harald Wentzlaff-Eggebert (Bd. 1-5); Harald Wentzlaff-Eggebert (Bd. 6-11); Gerhard Penzkofer (Bd. 12-15).
 
Seit 2015 ist Enrique Rodrigues-Moura Herausgeber der Bamberger Editionen, die ein romanistisch orientiertes Konzept verfolgen.


In den Bamberger Editionen werden sowohl fiktionale und essayistische Texte als auch historische Dokumente des romanischen Sprach- und Kulturraums nach philologischen Kriterien herausgegeben. Dieser wird in seiner polyzentrischen Realität und im Wechselspiel mit anderen Kulturräumen betrachtet. Der Fokus liegt dabei auf der kritischen Auseinandersetzung mit und der Vermittlung von Texten, die bis dato von der Wissenschaft weniger beachtet wurden, die aber angesichts ihres Eigen- und kontextbedingten kulturellen Wertes sowie aufgrund ihrer Mittlerrolle zwischen den verschieden kulturellen Traditionen und Sprachvarietäten der Romania eine erneuerte Reflexion erfordern.

 


 

 

Website: Association of British and Irish Lusitanists

Dear Colleagues,

 

It is with great pleasure that we announce the launch of ABIL's website and Twitter profile!

 

On the website you will find information about the (history of the) Association, its aims and objectives, membership and access to the mailing list and ABIL's online presence. We also have archive pages with AGM minutes and past conferences, and a dedicated page to the Exeter Conference in September. Also, Postgraduates and Early-Career Researchers will find useful information in a specific section of the website.
Do browse the website! www.abil-lusitanists.org
For suggestions and comments, please email: catarina.fouto(at)kcl.ac.uk

Also, follow us on Twitter for news about the Association and events of interest to you: https://twitter.com/ABILusitanists. A Facebook page will be launched soon.

 

The ABIL Committee

 


 

 

Die Romanistik und Europa in Aachen vor dem Aus

Blog zur Rettung der Romanistik in Aachen

 

- Ist der Karls-Preis ohne Bekenntnis der RWTH-Aachen zu Europa noch glaubwürdig?
- Es geht langfristig um viel mehr als nur die Romanistik: Die Abschaffung des Lehramts in Aachen

- ...

Auch auf Facebook

 


 



Schriftenreihe Junges Afrikazentrum

Das Junge Afrikazentrum der Universität Würzburg hat im Juli 2014 die „Schriftenreihe Junges Afrikazentrum" ins Leben gerufen, die über den Online-Publikationsservice der Universität Würzburg veröffentlicht wird.

Mit einer Studie von Timo Lowinger über das Kooperationspotential der EU in Afrika wurde im Juli 2014 die erste Ausgabe der Schriftenreihe Junges Afrikazentrum veröffentlicht. Viele weitere Ausgaben der Online-Zeitschrift, die sich als Publikationsplattform für studierende und promovierende Nachwuchswissenschaftler der Universität Würzburg sieht, sollen in Zukunft folgen.

 

Aus diesem Grund sind alle Professoren und Dozenten der Universität Würzburg aufgerufen, hervorragende Abschlussarbeiten mit Afrikabezug bei den Herausgebern einzureichen.

 


 

 

Rundgespräch zur Informationsversorgung in der Romanistik

Am 16. Juni 2014 fand in der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn ein Rundgespräch zur Informationsversorgung in der Romanistik statt, an dem auch die Präsidentin des Deutsches Lusitanistenverbands, Prof. Dr. Kathrin Sartingen, teilnahm.

 

Das ausführliche Protokoll zur Verantaltung können Sie hier einsehen.

 

Eine Kurzfassung der Ergebnisse mit der Möglichkeit der Kommentierung finden Sie auf den Webseiten der ULB Bonn

 


 

 

Danksagung an Teo Ferrer - Obrigado TFM!

Im April übergab Teo Ferrer de Mesquita seinen Verlag und seine Buchhandlung TFM an seine langjährige Geschäftspartnerin Petra Noack. Im Namen des Deutschen Lusitanistenverbandes wollen wir Teo Ferrer de Mesquita unseren Dank für die vielseitige und bereichernde Zusammenarbeit aussprechen.

Die Geschäftsübergabe sehen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Weinend, weil Teo Ferrer de Mesquita eine feste Burg und liebgewonnene Institution in unserer deutschsprachigen Lusitanistik war und ist. Durch die 1980 gegründete Buchhandlung und den 1982 gegründeten Verlag hatte er über Jahrzehnte eine wichtige Schlüsselposition im deutsch-portugiesischsprachigen Austausch inne und war aus der „Marke TFM“ nicht wegzudenken. Der Deutsche Lusitanistenverband und TFM blicken auf eine langjährige glückliche Beziehung zurück, wurde doch der DLV dazumal sogar in den Räumlichkeiten des TFM gegründet! Von Anbeginn an war Teo Ferrer de Mesquita eine feste Größe für alles und alle, die sich in der portugiesischsprachigen Welt aufhielten und aufhalten. Er baute ein enormes Netz an Querverbindungen auf, das allen, die in der Lusitanistik arbeiten, aktuell, professionell und äußerst zielführend zu Gute kommt.

Unser Auge ist andererseits lachend, weil mit Petra Noack eine sehr engagierte und ideale Nachfolgerin gefunden wurde, mit der wir als Verband und jede/r einzelne sicherlich auch in Zukunft in der gewohnt unkomplizierten, vertrauensvollen und zugleich effizienten Art zusammenarbeiten werden.

Der Deutsche Lusitanistenverband wünscht Petra Noack alles Gute: beste Zusammenarbeit und großes Vertrauen sind sicher vorhanden.

Teo Ferrer de Mesquita wünschen wir für die Zukunft alles Liebe und Gute, und freuen uns auf intensive und zahlreiche Wiedersehen, eventuell auf Buchmessen oder Lusitanistentagen!

Wien, Mai 2014
Kathrin Sartingen
Präsidentin des DLV

 


 

 

Verabschiedung des Präsidenten des DLV, Prof. Dr. Henry Thorau, am 14. September 2013 in den historischen Krameramtsstuben in Hamburg

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Freunde und Freundinnen der Lusitanistik,
lieber Henry,


„Portugal,… Mit dir läßt sich kein Land der Welt vergleichen. Die Luft, die Landschaft, die Menschen… Und erst die Geschichte! Taten ohnegleichen! Helden, Heilige, Seefahrer… Und obendrein die älteste Nation Europas…“

Dieses Zitat aus Miguel Torgas sehr nationalideologisch ausgerichteter „Erschaffung der Welt“, „A Criação do mundo“ (1937-81), ist zugleich das Zitat eines Zitates. Der kleine Raub hat allerdings an dieser Stelle seine Berechtigung: Es ist nämlich auch der Beginn eines der ersten Werke zur portugiesischen Literatur, die in deutscher Sprache erschienen sind und einen umfassenden Überblick über die Vielfältigkeit portugiesischer Texte bieten: die uns allen bekannte und sehr geschätzte „Portugiesische Literatur“, herausgegeben 1997 von Henry Thorau im Suhrkamp Verlag.

Wenn wir uns heute von Henry Thorau als Vorsitzendem des Lusitanistenverbands verabschieden, dann tun wir das mit mindestens so großer Anerkennung wie Miguel Torga seine Begeisterung für sein Land in die Welt rief. Anerkennung für all die Geschichte, die „Taten ohnegleichen“, für all das, war er für unseren Verband und für die Lusitanistik im deutschsprachigen Raum geleistet hat.

Henry Thorau hat in den letzten zwei Amtszeiten den Vorstand der Lusitanisten geleitet – und das hat er, wie wir es von ihm nicht anders kennen, mit Kompetenz, Leidenschaft und Humor gemacht. Aber Henry Thorau bedeutet für unseren Verband natürlich viel mehr als diese zwei Amtszeiten. Bereits zwischen 1997 und 1999 war er Vizepräsident des 3. DLV-Vorstands. Noch heute erinnert er sich immer wieder mit großer Sehnsucht an diese Zeit, in der der Vorstand des DLV einer UNO-Generalversammlung ähnelte. Denn der Vorstand bestand nicht nur aus einem Präsidenten, zwei Vize-Präsidenten, einem Schriftführer und einem Kassenwart, also 5 Personen, sondern auch aus Referenten für interkulturelle Beziehungen, Referenten für die Volkshochschulen, für die Universitäten, für Galicien, für Österreich, für die deutschsprachige Schweiz, zusammengenommen 16 Personen! Bei insgesamt 45 Mitgliedern….

In den zwei darauffolgenden Amtszeiten war Henry Thorau durchgängig Präsident des DLV – insgesamt von 1999 bis 2003. Es waren schwierige Zeiten für die Lusitanistik in Deutschland. Aber Henry Thorau lenkte gekonnt das lusitanische Schiff durch den Sturm wie einst das Seefahrervolk am Cabo das tormentas, mit Fassung trat er mit seiner Besatzung einem Vasco da Gama gleich den Hochschulreformen entgegen und brachte die Lusitanistik wieder in ruhigere Fahrwasser.

Henry Thorau, o forte capitão,
Que a tamanhas empresas se oferece,
De soberbo e de altivo coração,
A quem Fortuna sempre favorece,
Para se aqui deter não vê razão,
Que inabitada a terra lhe parece:
Por diante passar determinava;

Und so nahm er erneut die Herausforderung an, und stand dem DLV für zwei weitere Amtsperioden als Präsident vor, von 2009 bis 2013.

Als eines der dienstältesten Mitglieder ist er das Gesicht, die Geschichte des DLV. Kein Ereignis, kein Detail, kein Datum entgeht seinem ungeheuren Gedächtnis. Ich persönlich unterstelle ihm sogar, dass er sich punktgenau und treffsicher dieses Doppeljubiläum – 20 Jahre DLV, 10. Lusitanistentag – ausgesucht hat, um aus der Vorstandstätigkeit auszuscheiden. Und das just in Hamburg, wo schließlich auch die erste Mitgliederversammlung stattfand, auf der Henry als eines der ersten Mitglieder dem DLV beigetreten ist, ein würdigeres Datum bzw. ein historischerer Ort ließe sich schwerlich finden.

Henry Thorau ist der einzige, der innerhalb der deutschsprachigen Romanistik eine rein lusitanistische Professur innehat, den Caroline Michaëlis Lehrstuhl in Trier. Von hier aus hat er neben der Ausrichtung des Lusitanistentages im Jahre 1999 und einigen richtungweisenden Veranstaltungen zur brasilianischen Literatur, Musik, und vor allem zum Theater, zahlreiche Gastprofessuren und/oder Vorträge in Portugal und Brasilien gehalten, unzählige Kooperationen angestoßen, und als unaufhaltsamer Networker die Lusitanistik immer wieder vorangetrieben. Ich erinnere hier nur an die umfangreiche Datenerhebung zum Bestand lusitanistischer Studien an deutschen Hochschulen, die uns erstmalig einen Überblick über unsere gesamten Studienmöglichkeiten und –orte geboten hat.

Unermüdlich hat er sich an der Rezeption der portugiesischen und brasilianischen Literatur in Deutschland beteiligt, hat dabei vor allem auch viel übersetzt, besonders brasilianisches Theater, und sich als wahrer Vermittler der Kulturen – der deutschsprachigen und der portugiesischsprachigen – hervorgetan.

Wenn man sagt, das Genie eines Schriftstellers wird gemessen an der Zahl seiner Übersetzungen, das Talent einer Sängerin am Applaus im Ausland, so können wir hinzufügen: und Henry Thorau am Engagement seiner vielfältigen und zahlreichen kleinen und großen Auftritte auf der Bühne der deutschen Lusitanistik. Unvergessen seine vielen pointierten Reden, in denen er detaillierteste, datumsgenaueste Schilderungen aus den bewegten Dimensionen der Verbandsgeschichte verkündete, Anekdoten wiedergab, 100. Geburts- oder Todestage niemals seiner Erinnerung entschlüpfen ließ, wortgewandte hommages auf alle zu feiernden, zu ehrenden oder sterbenden portugiesischsprachigen Autoren und Autorinnen verfasste; all dies mit viel Begeisterung und Herzblut für die Lusitanistik und den Deutschen Lusitanistenverband.

Das ist es, was ihn wohl am meisten auszeichnet, die Begeisterung, der wahre Genuss an Kultur, Literatur, an der Verbandsarbeit (?)…. Und so möchten wir dir, lieber Henry, im Namen des DLV nochmals ganz herzlich für dein enormes Engagement im Laufe all dieser Jahre danken:

Obrigada, por tudo!

Kathrin Sartingen, Präsidentin des DLV



PS: Sie merken es: 1999-2003, 2009-2013 – ein regelmäßiges Muster wird erkennbar. Deswegen, lieber Henry, möchten wir uns heute nicht nur für dein enormes Engagement im Laufe all dieser Jahre bedanken, sondern: Wir verbinden hiermit die Bitte – zumindest die Hoffnung –, dich spätestens im Jahre 2019 als Präsidenten wieder begrüßen zu dürfen.

 


 

Die Zukunft schließen? – Vehementer Protest gegen Stellenabbau in der Romanistik an der Universität Leipzig

Die Präsidentin Univ. Prof. Dr. Kathrin Sartingen Wien, 14.2.2014

 

Weltweit sprechen fast 450 Millionen Menschen Spanisch und rund 200 Millionen Portugiesisch. Brasilien hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem wichtigen Spieler am internationalen Parkett etabliert, in wirtschaftlicher, politischer und kultureller Hinsicht. Auch Lateinamerika rückt immer mehr in den Mittelpunkt der Berichterstattung. Spanien und Portugal gehören – spätestens seit 1986 – zum vereinten Europa, in guten wie in schlechten Zeiten. Kulturvermittler, Sprecher und Übersetzer der beiden romanischen Sprachen, und damit also Studierende der Lusitanistik und Hispanistik, werden international und interkulturell zunehmend gebraucht und eingesetzt; Spanisch ist auf dem Wege, Französisch in den Schulen als zweite Fremdsprache abzulösen.

 

Dennoch plant die Landesregierung des Freistaates Sachsen durch massiven Stellenabbau einen dramatischen Eingriff in die – diese Sprachen betreffende – universitäre Ausbildung. Das Institut für Romanistik an der Universität Leipzig, übrigens das einzige Institut in den östlichen Bundesländern, an dem Lusitanistik in Kombination mit einer weiteren romanischen Sprache als Bachelorstudium belegt werden kann, ist durch diese Maßnahme in seiner Existenz massiv bedroht.

 

Die Situation am Institut für Romanistik mit fünf Professuren, von denen unter anderem eine eingespart werden soll, ist bereits jetzt mehr als prekär: Geht es doch in der Romanistik nicht nur um vier große, kontinentübergreifende Sprachräume, sondern um unzählige Sprachvarietäten und Kultur-Diversifizitäten, vor allem im lateinamerikanischen Raum. Eine adäquate Betreuung und Ausbildung der Studierenden wäre nicht mehr gewährleistet und kann sicherlich auch nicht durch einen anteiligen Lehrtransfer aus einem fremden Institut, weder inhaltlich noch qualitativ, ersetzt werden.

 

Es kann politisch nicht gewollt sein, den Standort Leipzig derart zu schwächen, nachdem bereits in Chemnitz das Institut für Romanistik und an der Universität Dresden die Hispanistik geschlossen wurden. Der Standort Leipzig und damit nicht zuletzt der Wissenschafts-Standort Deutschland werden durch den massiven Eingriff in die universitäre Ausbildung der künftigen deutschen Elite nachhaltig beschädigt. Denn die Romanistik ist eine der Säulen-Philologien im deutschsprachigen Raum, die weltweite Vernetzungen und akademische Kooperationen zu Partner-Universitäten in aller Welt aufweist. Hier spielt gerade die Lusitanistik eine nicht unbedeutende Rolle, umspannt doch ihr Fachgebiet große georgraphische Räume in vier Kontinenten, die sich ihrerseits durch eine ungeheure sprachliche Lebendigkeit und kulturelle Vielfältigkeit in Geschichte, Gegenwart und Zukunft auszeichnen. Damit stellt die Lusitanistik zusammen mit den anderen romanischen Disziplinen ein großes Ganzes dar, an dem zu schneiden fatal wäre. Im Gegenteil: Hier ist eher ein enormer Nachholbedarf an Ausstattung, Budget, Personal, Sachmitteln zu konstatieren, denn ein Zuviel an Stellen!

 

Als Präsidentin des Deutschen Lusitanistenverbandes e.V. (DLV) möchte ich hiermit vehement gegen die Pläne der Landesregierung protestieren und dem Direktor des Instituts für Romanistik an der Universität Leipzig, Alfonso de Toro, meine volle Unterstützung und Solidarität ausdrücken. Der DLV unterstützt vollinhaltlich die Petition des Instituts an das Rektorat, in dem verlangt wird, die Streichung der Stellen rückgängig zu machen und die Last der Stellenstreichungen anders zu verteilen, um einen Fortbestand des Standortes zu sichern und eine Weiterführung von Forschung und Lehre auf höchstem Niveau zu sichern.

 


 

 

 

 

 

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